Crowdinvesting als Altersvorsorge

Warum Sparsamkeit das Finanzsystem bedroht

„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“ Wer kennt diesen Satz nicht aus seiner eigenen Jugend. Das Sparen auf einen großen, unerfüllten Wunsch, der alljährliche Weltspartag (heuer war es der 90.) mit seinen Gratis-Geschenken, oder später dann die ewige Jagd nach dem besten Zinssatz bei den Banken für das eigene Sparbuch.

Gurkenglas voller MünzenDer legitime Zweck war, in der Zukunft einmal mehr Geld zu haben, als Altersvorsorge, Reserve oder um sich einmal was zu leisten. Aber das funktioniert so heute nicht mehr. Warum? Weil die Banken praktisch keine Zinsen mehr zahlen . In Deutschland gibt es sogar schon die ersten Banken, die Minuszinsen verrechnen. D.h. man bezahlt als Sparer dafür, dass man Geld bei der Bank liegen hat (!).

Was ist los mit unserem Finanzsystem? Ein lesenswerter Artikel in der „Zeit“ hat das Problem sehr einfach und anschaulich hergeleitet:

Das Grundproblem ist, dass die Banken als unser „Zinsenmotor“ stocken. Denn deren eigentliche Aufgabe ist es, als Umschlagplatz für Kapital zu fungieren. Mit anderen Worten reichen die Banken das Geld der Sparer an Unternehmen und Private in Form von Krediten weiter.

Nun ist es aber so, dass Banken heutzutage eine Rekordmenge an Spareinlagen (rund EUR 157 Mrd.)  verwalten. Auf der anderen Seite, aber sinkt gleichzeitig die Kreditnachfrage seitens der Unternehmer. Verschärft wird dieses Ungleichgewicht dadurch, dass die Kriterien für die Kreditvergabe nach der letzten Finanzkrise noch strenger wurden (Stichwort: Basel III, hier in einem 5-Minuten-Video erklärt). Das heißt, es gibt mehr Angebot (=Spareinlagen), als Nachfrage (=Kredite), was zur Folge hat, dass die Zinsen sinken. Mittlerweile auf praktisch 0%.

Der wirklich kritische Punkt dieser Situation wird in der ganzen Diskussionen über die Bankenkrise allerdings nie erwähnt. Er beruht auf einer allgemein falschen und fatalen Annahme: Es reicht, wenn die Europäische Zentralbank den Zinssatz via den Banken erhöht und auf Knopfdruck haben Millionen von Sparern automatisch mehr Geld am Sparbuch. Das ist nicht so!

Denn die Unternehmen, als Kreditnehmer, müssen das Geld erst erwirtschaften, damit der Kredit mit Zinsen der Bank zurückgezahlt werden kann. Gibt es keinen Kredit, hat die Bank keine Einnahmen, um die Zinsen für die Spareinlagen zu bezahlen. Mit anderen Worten, irgendjemand muss in der realen Welt Geld verdienen, damit Sie als Sparer zu Ihren Zinsen kommen.

Aber wenn die Bürger fleißig sparen (wodurch die Menge der Spareinlagen weiter steigt), die Unternehmen aber dadurch weniger verkaufen bzw. verdienen und somit weniger Kredite nachfragen, wo kommt das Geld für die Zinsen dann her?

Das Problem liegt in der Zukunft. Kurzfristig ist die Situation mit den Nullzinsen also schon einmal ärgerlich. So richtig unangenehm wird es aber erst, wenn man etwas weiter in die Zukunft blickt. Denn dann erkennt man, dass durch die aktuelle Lage die Inflation unser Erspartes, mangels Zinserträgen, einfach auffrisst. Heimlich, still und leise. Jahr für Jahr.

Vergessen Sie die Werbebotschaften der fröhlich, rüstigen Pensionisten, die glücklich für ihr Alter vorgesorgt haben. Egal, ob Sie, wie statistisch gesehen jeder Österreicher ein Sparbuch oder eine Lebensversicherung haben, zur Kapitalvermehrung haben diese Produkte ausgedient. Diese beliebtesteten aller Anlageformen basieren alle auf Zinserträgen, womit wir stets beim o.a. Problem landen.

Für all jene, denen diese Tatsachen noch immer nicht zum Nachdenken anregen, sei Larry Summers (ehemaliger Finanzminister und Wirtschaftsberater von Präsident Barack Obama) Erklärung des Status quo – Stichwort “secular stagnation” zu empfehlen.

Aber was hat das alles mit Crowdinvesting zu tun?

Aus der Finanzkrise und den hausgemachten Problemen der Banken heraus hat sich Crowdinvesting als neue und bankenunabhängige Drehscheibe für den so wichtigen Kapitaltransfer zwischen Unternehmer wie Anleger etabliert. Auf diesen neuen Plattformen findet man reale und produktive Unternehmer, die erfolgreich wirtschaften und Kapitalbedarf für nachhaltiges Wachstum haben. So bekommen auch die Sparer und Investoren wieder die Möglichkeit, reale Erträge für ihr Erspartes zu generieren, damit ihr Vermögen auch für die Zukunft wieder wachsen kann.

Es ist eine völlig neue Herangehensweise an das Thema Vorsorge und Ansparen, aber im aktuellen Umfeld nahezu alternativenlos. So muss man erkennen, dass es das Vermögenswachstum ohne Risiko nicht (mehr) gibt. Somit kann Crowdinvesting, zumindest für einen Teil des Ersparten, jene Erträge erwirtschaften, die die herkömmlichen Vorsorgeprodukte nicht mehr erzielen und auch in der nächsten Zukunft nicht mehr erzielen werden.

Und was heißt das jetzt für Sie persönlich?

Delegieren Sie nicht länger die Verantwortung Ihres Vermögens an eine Bank, sondern machen Sie sich selber ein Bild über die Chancen und Möglichkeiten unter dasertragreich.at. Es zahlt sich aus.

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Klick-liche Zukunft

Wie jedes Jahr freue ich mich über die – bereits seit September – duftenden Lebkuchen im Supermarkt und sehe dem Höhepunkt der Shopping-Zeit bzw. -Stress entgegen. Da passt der kürzlich aufgestellte online-Weltrekord gerade gut dazu. Ausgangspunkt dafür ist folgende Frage:

Was ist der größte online Shopping-Tag der Welt?

Antwort: Der sogennante „singles day“ am 11.11. An diesem Tag werden in nur einem einzigen Land innerhalb von 24 h Waren im Wert von EUR 4,7 Milliarden (!) über eine einzige Online-Plattform gekauft. Allein in den ersten 40 Minuten Alibaba Logowaren es Waren im Wert von unglaublichen EUR 1,3 Milliarden ! (Quelle: spiegelonline.de)

Geschafft hat das ein chinesisches Unternehmen namens „Alibaba“ (das asiatische Pendant zu Amazon). Rund 80% aller online Käufe in China werden allein über diese Plattform abgewickelt.

Um die EUR 4,7 Milliarden Umsatz des “singles day” eines einzelnen Unternehmens in ein österreichisches Verhältnis zu setzen: der gesamte heimische Einzelhandelsumsatz (online+offline) eines ganzen Jahres beträgt etwa EUR 60 Milliarden.

Nun könnte man legitimer Weise sagen, dass uns das im Grunde recht wurscht sein kann, was für (mehr oder weniger) sinnlose Konsumgüter sich die Chinesen kaufen. Oberflächlich betrachtet ja, aber der springende Punkt in unserer kapitalistischen Welt ist ein anderer, denn: wer zahlt, schafft an. Fakt ist, wo es eine große Nachfrage gibt, wird viel produziert. Und wer viel produziert, kann die Produkte – auch im Ausland – billiger anbieten.

Tafel mit chinesischen SchriftzeichenUnd wenn, lt. den Wirtschaftsforschern, in 5 Jahren (2020), die Chinesen allein via Internet so viel shoppen wie:

  • USA
  • Japan
  • Großbritannien
  • Deutschland
  • Frankreich

zusammen, dann ahnt man, dass sich die wirtschaftlichen Gewichte bereits nach Osten verschoben haben.

Aber was hat das alles mit unserer Heimat zu tun?

Ganz einfach, die Musik spielt jetzt schon nicht mehr hier, sondern in Ostasien. Ist nicht schön zu akzeptieren, aber ein Faktum. Die allermeisten Standardprodukte, die wir in Österreich, Deutschland oder in der EU erzeugen wollen, können diese Länder dort viel, viel schneller, einfacher und billiger herstellen.

Daher sollte für mich die Lehre aus dem chinesischen “singles day” kein Aufbau von Handelshemmnisse wie Zölle, Einfuhrbeschränkungen sein. Das fällt uns mittelfristig nur selber auf dem Kopf. Viel erfolgversprechender sind für mich die konsequente Umsetzung folgender Punkte:

– Fokus auf die heimischen Stärken wie biologische Landwirtschaft, Tourismus, natürliche und unbehandelte Lebensmittel, Gesundheit

– Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe (damit wir nicht nur von den Weltwirtschaftsmächten abhängig sind)

– Schaffung und Förderung innovativer und hochwertiger Dienstleistungen

Das ist unser Kapital, mit dem wir auch international punkten können und sollten.

A propos Kapital: Ein ganz einfacher und sinnvoller erster Schritt kann sein, einen kleinen Teil des Ersparten direkt in die heimische Wirtschaft zu investieren, statt es auf einen quasi unverzinsten Sparbuch im Dornröschenschlaf herumliegen zu lassen. Denn nur im Wirtschaftskreislauf kann es das tun, wofür Geld geschaffen wurde: Dinge zu produzieren und Gewinne abzuwerfen.

Ihr

Martin Watzka

dasertragreich.at

PS: Wer sich, auch ohne Kenntnisse der chinesischen Sprache, auf unterhaltsame Weise anschauen möchte, welche Produkte Chinesen am liebsten kaufen, dem kann ich die chinesische Alibaba Website nur ans Herz legen…

Krise 2.0

Kürzlich habe ich wiedermal die Nachrichten gesehen. Wie üblich handelten 9 von 10 Themen von Krieg, Krankheit oder der leidigen Wirtschaftskrise. “Eh alles nicht so wild”, sagte ich mir und versuchte mir hübsch auszumalen, wie mein Leben und meine Heimat in 20-30 Jahren wohl aussehen würden.

Zu meiner Ernüchterung fand ich aber kein blumiges Szenario, sondern einen Turm aus ineinander verkeilten Problemen.

Wie beim Mikado versuche ich nachstehend die Stäbchen/Probleme einzeln aus dem Turm zu ziehen:

Krise ist "on"

Punkt A: Verschuldung

Praktisch alle großen Krisen der Vergangenheit wurden letztendlich durch eine zu hohe Verschuldung ausgelöst. Aktuell befinden wir uns bei den Schulden der Industriestaaten auf einem neuen „all-time-high“ (siehe dazu meinen Blog vom 6. Oktober). Das hat zur Folge, dass die in der Vergangenheit üblichen staatlichen Programme zur Ankurbelung der Konjunktur derzeit unfinanzierbar sind und bleiben. Auch deshalb, weil die Abgabenquote (Stichwort: „tax freedom day“) in Österreich und einigen EU-Staaten mittlerweile unerträglich hoch ist.

Punkt B: Zinsen

Das Zinsniveau ist auf einem historischen Tiefstand. Vordergründig um die Wirtschaft anzukurbeln (Punkt G) und damit die Verschuldung (Punkt A) wieder zu senken. Allerdings bleibt meistens unerwähnt, dass für viele Staaten mittlerweile die Bedienung ihres Schuldendienstes bei höheren Zinsen schlichtweg unfinanzierbar würde. Da wäre die politische Klasse gefordert, die aber überfordert scheint (siehe Punkt H).

Punkt C: Blasen

Wenn Geld zu billig ist, kommen zu viele Leute auf dumme Gedanken. Es werden Dinge gekauft, finanziert, produziert, die sich bei einem „normalen“ Zinsniveau nie rentieren würden. Dadurch entstehen Blasen („asset bubbles“), die wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen hängen und unser Finanzsystem bedrohen – siehe aktuell viele Immobilienmärkte und zum Teil die Aktienmärkte.

Punkt D: Überalterung

Die Bevölkerung der meisten Industriestaaten altert flott vor sich hin. Dadurch ist heute bereits absehbar, dass die Staatsausgaben für unsere Sozialsysteme immer weiter steigen werden und somit die Verschuldung (siehe Punkt A).

Punkt E: Banken

Banken, als finanzielle Drehscheibe der Wirtschaft, wurden nach der letzten Krise 2008 stark reguliert. Das hat u.a. zur Folge, dass sie selektiver in ihrer Kreditvergabe sein müssen. Damit fällt aber ein wichtiger Impuls für Wirtschaftswachstum aus (siehe Punkt G). Schlimmer aber noch ist, dass fast alle Staatsanleihen regulatorisch immer noch als risikolos gelten, d.h. Banken beim Kauf von solchen Anleihen kein Eigenkapital hinterlegen müssen – im Gegensatz zu allen übrigen Krediten oder sonstigen Investments. Was werden die Banken daher mit ihrem Geld machen? Kredite an heimische KMUs vergeben oder lieber, mit Rückendeckung der EZB, risikolose Gewinne lukrieren?

Punkt F: Europäische Zentralbank (EZB)

A propos EZB: Als Hüterin der Euroregion, wird erwartet, dass sie mit Ihrer Geldpolitik das Ruder herumreißt. Nach Ausbruch der Krise hat sie mit beherzten Eingriffen auch das Schlimmste verhindern können. Doch nun ist ihr Pulver verschossen: Die Zinsen sind schon faktisch bei null und alle Geldschleusen weit geöffnet. Gemäß dem ursprünglichen Auftrag der EZB, ist mehr von dieser Seite nicht zu erwarten.

Punkt G: Wachstum

Als die Lösung aus dem Schlamassel wird immer wieder höheres Wirtschaftswachstum angepriesen. Mehr Wachstum bedeutet ein höheres Steueraufkommen = mehr Einnahmen für den Staat = mehr Spielraum für unsere Politiker. Damit würden sich theoretisch alle o.a. Punkte in Wohlgefallen auflösen. Allein, auf der Front tut sich noch immer nix. Im Gegenteil.

Punkt H: Politik

Da die EZB am Ende ihrer (legalen) Möglichkeiten scheint (siehe Punkt F), läge es an den Politikern, Strukturreformen in die Wege zu leiten (Investition in Bildung & Forschung, Arbeitsmarktflexibilisierung), bzw. die ausufernde Staatsverschuldung einzudämmen. Aber dabei gibt es auch immer Verlierer = Wähler mit ihren Stimmen.
Dazu kommt, das viele Politiker mit der aktuellen Situation schlichtweg überfordert scheinen. Folglich passiert auf dieser Front bislang wenig bis nichts Substanzielles.

Punkt I: Ungleichheit

Die Gesellschaft driftet auseinander. Immer weniger besitzen immer mehr. Laut einer aktuellen Umfrage des „Spiegel“ haben 90% der Befragten den Eindruck, dass die Schere „immer weiter auseinandergeht“. So wird die Krise des Kapitalismus langsam auch zum Problem der Demokratie.

Und jetzt meine Frage: Wie kommen wir heil aus diesem Schlamassel wieder heraus?

Vorschläge, Meinungen, Ideen gerne an: Martin Watzka

Ich glaube, dass die größte Chance auf Besserung darin besteht, dass die Bürger die Dinge selber in die Hand nehmen. Für mich persönlich habe ich bereits eine Antwort gefunden und die Crowdinvesting-Plattform dasErtragReich gegründet. Mit dem Ziel, das niemand mehr sein Erspartes im zunehmends außer Kontrolle geratenen Finanzsektor lassen muss. Im Gegenteil, jeder kann durch die Plattform seinen Teil zur Schaffung unserer eigenen Zukunft beitragen – durch ein direktes Investment in seiner Heimat!